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ArtificialStupidity - Künstliche Dummheit


Kann hier jemand noch ein Correctiv gebrauchen?

Jüngst ist ein Phänomen im journalistischen Universum aufgetaucht, das vorgeblich gemeinnützig recherchiert und sich Correctiv nennt.  Ein weiteres Pflänzchen im Dschungel der neuen deutschen Faktenprüfer?

Sehen wir uns die Selbstdarstellung von Correctiv mal an:

Wir sind damit eine von vielen Antworten auf die Medienkrise. Die alten Geschäftsmodelle funktionieren immer weniger. Gleichzeitig müssen Journalisten eine immer komplexere Welt immer besser erklären. Verlage stellen Zeitungen ein oder kürzen Etats. Das Digitalgeschäft kann das bisher nicht ausgleichen. Die Medien haben Probleme, ihrer Wächterfunktion nachzukommen. Hier setzt correctiv.org an und will investigativen, aufklärenden Journalismus für jeden Verlag, für jeden Sender in Deutschland erschwinglich und zugänglich machen. Correctiv.org finanziert sich vor allem durch Spenden von Bürgern und Zuwendungen von Stiftungen. Seine Recherchen und Geschichten reicht correctiv.org in Kooperationen an große und kleine Zeitungen und Magazine wie auch an Radio- und Fernsehsender weiter. Darüber hinaus werden wir uns an innovativen Wegen probieren, große Geschichten im Internet zu veröffentlichen. correctiv.org hat keine Druck- oder Vertriebskosten, sondern konzentriert sich auf Inhalte. Der Großteil des Etats von correctiv.org fließt direkt in aufwändige und investigative Recherchen, die sich viele Medien heute kaum noch leisten können. Um Missstände aufzudecken und unsere Demokratie nachhaltig zu schützen, braucht es investigative Journalisten, die gründlich nachhaken, oft jahrelang an einem Thema arbeiten und regelmäßig dazu publizieren. Und interessierte sowie informierte Bürger, die Aufklärung einfordern.

Quelle: https://correctiv.org/correctiv/

These 1: Wir sind damit eine von vielen Antworten auf die Medienkrise. Die alten Geschäftsmodelle funktionieren immer weniger. Vielleicht ist die Medienkrise eine Krise von Angebot und Nachfrage. Aber ein Zentralorgan zur Recherche zu entwickeln, damit sich die Etablierten auf ihre Kernkompetenz (was war das nochmal? Geld verdienen?) konzentrieren können, ist sicher keine Lösung dieser “Medienkrise”. Der Ansatz “lean production” funktioniert vielleicht einigermaßen in der Industrie, bedeuten aber auch dort immer Einbußen in der Qualität.

These 2: Gleichzeitig müssen Journalisten eine immer komplexere Welt immer besser erklären.

Quelle: http://meedia.de/2016/11/09/peinliche-letter-panne-wie-correctiv-hillary-clinton-voreilig-als-praesidentin-feierte/

Die Frage, ob ich mir gerade vom Herrn Schraven soz. als zentrales wahrheitsermittelndes Organ die Welt erklären lassen möchte, ist schwierig zu beantworten. Wenn man sich die beackerten Themen von Correctiv einmal genauer anschaut, beschleicht einen das Gefühl, dass es hier nicht darum geht, über den Unsinn den vielleicht Annalena Baerbock, Katja Kipping oder Claudia Roth im Allgemeinen zusammenreimen aufgeklärt zu werden. Es finden sich in überwiegender Mehrheit die klassischen Feindbilder der Linken wieder: Wirtschaft, Massentierhaltung, Pharmafirmen, Apotheker, Ärzte, Justiz, neue Rechte. Ok, auch mal Krankenhauskeime, Putin und andere nichtklassisch linke Themen. Es gilt auch nicht die gesamte Arbeit von Correctiv herunter zu machen, sondern es soll darauf hingewiesen werden, dass eine Arbeit mit m.E. eindeutig linker Agenda nicht unbedingt, wie behauptet, objektiv oder gar “allgemeinnützig” sein kann, da hochgradig selektiv recherchiert wird. Kein Wunder:

Nach einem Bericht des Handelsblatts erhielt Correctiv 2017 eine Spende der Open Society Foundations des US-Milliardärs George Soros von über 100.000€.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Correctiv

Interessant und von guter journalistischer Qualität kann das ja durchaus sein. Diese Aufgaben hätte man vielleicht besser Stefan Niggemeier übertragen sollen, der in der Vergangenheit bewiesen hat, dass er unabhängig von der politischen Gesinnung über Missstände im Medienbetrieb berichten kann. Unter anderem hat er die Berichterstattung über Akif Pirincci kritisiert, einem Autor der ganz sicher nicht auf der politischen Linie von Niggemeier ist.

Siehe dazu: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/22191/die-unwahrheit-ueber-akif-pirincis-kz-rede/

Ein weiteres Problem ist auch diese seltsame Konzentration auf die bloßen Fakten. Fakten stehen irgendwo in der Gegend herum oder sind irgendwo unter Tonnen von Papier versteckt und müssen nur entdeckt oder ausgegraben werden und die Demokratie ist gerettet. Dabei wird der eigentlich wesentlich wichtigere Prozess der Deduktion auf der Grundlage eben dieser Fakten geflissentlich ignoriert, d.h. die Frage ist, welche Schlüsse aus diesen Fakten zulässig sind. Dass dies kein einfacher Prozess ist, kann man vielleicht anhand der unterschiedlichen Interpretation der grundlegenden Fakten von Katholiken und Protestanten im Christentum sehen.

Correctiv-Publisher David Schraven: “Wir wissen im Prinzip gar nichts.”

Quelle: http://meedia.de/2017/01/23/correctiv-chef-david-schraven-wir-sind-kein-dienstleister-wir-arbeiten-nicht-fuer-sondern-auf-facebook/

Fazit: Correctiv verfolgt m.E. eine Agenda, um diese scheinheilig mit dem Etikett “besonders glaubwürdig” zu versehen. Das Problem ist nur: Glaubwürdigkeit muss man sich verdienen, die fällt nicht vom Himmel.  

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Info:
Kann hier jemand noch ein Correctiv gebrauchen? ist Beitrag Nr. 623
Autor:
Martin Kaminski am 5. September 2018 um 14:52
Category:
Abgründe,Besserwisser,Elfenbeinturm,Künstliche Dummheit
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