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ArtificialStupidity - Künstliche Dummheit


Agent*In: Internetpranger 2.0

Kaum ist etwas Gras über die Aktion (siehe http://www.ArtificialStupidity.de/?p=324) des eifrigen Herrn Hensel gewachsen und auch die Denunziationsseite des netz-gegen-nazis.de  (betrieben von der “Zeit”, heißt jetzt neuerdings Belltower, diese Seiten neigen scheinbar zur Polymorphie) wurde zurückgezogen, prescht das Gunda-Werner-Institut der grünen Heinrich-Böll-Stiftung mit einer Seite vor, auf der Personen als sog. Anti-Feministen gelabelt werden sollen. Gemein ist diesen Aktionen, dass sie hart am Rand der juristischen Relevanz i.d.R. rechte Etikettierungen verteilten, die im Allgemeinen und besonders von den betroffenen Personen für wenig treffend gehalten wurden. 

Neu: Agent*In – ein kritisches Online-Lexikon zu Anti-Feminismus 

Angriffe gegen Feminismus, sexuelle Selbstbestimmung und Geschlechterforschung haben stark zugenommen. Wer mehr über Gruppierungen und Akteur*innen erfahren will, die hinter antifeministischen Angriffen und Parolen stecken und wie diese vernetzt sind, findet umfassende Informationen in dem neu erstellten Online-Lexikon Agent*In.

Quelle (17.7.2017): http://www.gwi-boell.de/de/2017/07/17/neu-agentin-ein-kritisches-online-lexikon-zu-anti-feminismus

Schauen wir uns als ein Beispiel den Eintrag von Hadmut Danisch (unter Personen) einmal an:

Aktivitäten

  • Hadmut Danisch betreibt den maskulistisch ausgerichteten Blog Hadmut Danisch – Ansichten eines Informatikers.
  • Hadmut Danisch ist als Autor bei Cuncti aktiv.
  • Hadmut Danisch ist Unterzeichner der Frankfurter Erklärung.

Quelle: Agent*In zu Hadmut Danisch: http://www.agentin.org/index.php/Hadmut_Danisch

Hadmut Danisch sieht das allerdings etwas anders:

[…] Wie ich schon oft erklärt habe: Weder ich noch mein Blog sind „maskulistisch“. Was auch immer das sein mag. Ich habe wohl wenig Zweifel daran gelassen, dass ich Feminismus für mit das dämlichste halte, was die letzten 100 Jahre so hervorgebracht haben. Da werde ich doch nicht den gleichen Schwachsinn mit ausgetauschtem Geschlecht selbst veranstalten. Ich interessiere mich nicht für Männerrechte, denn die gibt es genausowenig wie Frauenrechte. Es gibt nur Menschenrechte.

Ich bin und war auch nie bei Cuncti aktiv. Die haben mich ein paarmal gefragt, ob sie Artikel aus meinem Blog übernehmen können, und wenn mich Leute fragen, bin ich in den allermeisten Fällen auch einverstanden, weil ich das eh publiziert und damit in die Öffentlichkeit entlassen habe und ich ja auch andere Texte zitiere.
[…]
Die ersten beiden Punkte sind klar falsch.

Quelle: http://www.danisch.de/blog/2017/07/18/fuer-die-gruenen-bin-ich-ein-maskulist

Tja, jetzt haben wir wohl ein Problem, wem wollen wir denn jetzt vertrauen? Wer kann und will das juristisch prüfen?

Schauen wir uns dazu mal den § 187 StGB einmal etwas genauer an:

Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Schon wieder, China 1875

Also ich würde ich mich im Zeitalter von “Hatespeech” und “Fakenews” mit Werturteilen über Personen im Allgemeinen etwas zurückhalten, besonders in schriftlicher Form. Daraus kann wirtschaftlicher Schaden entstehen, der unter Umständen auch zu Schadenersatzforderungen führt. Mag die Intention vielleicht noch so edel sein, es gilt: “La strada dell’inferno è lastricata di buone intenzioni”, was ungefähr heißt:Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert”.

11. Wer sind die Autor*innen?

Die Artikel werden von einer Gruppe ehrenamtlicher Autor*innen verfasst, die u.a. als Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und/oder Bildungsarbeitende mit Themen rund um Antifeminismus befasst sind. Unterstützt werden diese punktuell durch Honorarkräfte. Alle Autor*innen sind der Redaktion namentlich bekannt, werden aber nicht mit Klarnamen genannt, um sie vor möglichen antifeministischen und/oder persönlichen Angriffen zu schützen.

Quelle: http://www.agentin.org/index.php/Über_Agent*In

Vielleicht auch mal eine*n Jurist*In mit in die Redaktion nehmen. Vielleicht sollten die Damen und Herren vom “Gunda-Werner-Institut” etwas mehr Zeit verwenden, ihre Ideen verständlich darzustellen, statt ihre Gegner und Kritiker mit zweifelhaften Methoden zu diskreditieren. Ich wünsche dem neuen Antifeminismuspranger reichlich frischen Gegenwind.

 

Update (8.8.2017)

In Abstimmung mit der Redaktion des Projekts hat der Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung das Online-Lexikon „Agent*In“ vom Netz genommen.
[…]

Quelle: https://www.boell.de/de/2017/08/07/stellungnahme-des-vorstands-der-heinrich-boell-stiftung-zum-online-lexikon-agentin

Soso, ein “Online-Lexikon” war das.

« Schönes grünes Deutschland und der Lebensraum im Osten – Das Paritätsprinzip auf Abwegen »

Info:
Agent*In: Internetpranger 2.0 ist Beitrag Nr. 782
Autor:
Martin Kaminski am 19. Juli 2017 um 18:34
Category:
Denunzianten
Tags:
 
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