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ArtificialStupidity - Künstliche Dummheit


Antifa? Gübt’s ja gar nücht!

Ich möchte einmal hier die Gelegenheit ergreifen, meinen tiefen Dank an die auszusprechen, die selbstlos und unerschrocken die Gesellschaft überaus erfolgreich gegen den rassistischen Polizeistaats-Kapitalismus und seine antifeministischen Nazi-Schergen verteidigen, dem Schwarzen Block der Antifa. Hier sind explizit also nur die Gewalttäter gemeint (siehe Bild unten, also der bewaffnete Arm der Grünen, SPD und Linken, aka “Druck der Straße”) und nicht die, die immer friedlich demonstrieren.

Sieht zwar ein bisschen aus wie SA 2.0, sind aber gaaanz Liebe!

Die Einteilung der Welt in “wir” und “die” schafft für den sportlichen Freiheitskämpfer ein einfaches Feindbild und jeden Tag neue Aufgaben: Schütze die Gesellschaft vor dem grausamen Kapitalismus, kämpfe gegen Krieg und Waffen, gegen Atomtod, Klima, Neoliberalismus und Gentrifizierung. Der nimmermüde Freiheitskämpfer reist durch ganz Europa, um immer da zu sein, wo’s dem Feind richtig wehtut. Ob Occupy, G20, TTIP, Ceta oder Idomeni, nichts ist edler, als für die Freiheit ein Fahrzeug in Brand zu setzen, dem Polizisten Steine oder Mollis an die Birne zu werfen oder eine miese Kapitalistenscheibe einzuschmeißen. Der schwarze Block wendet edle Gewalt ja nur zur Selbstverteidigung gegen die allgegenwärtige Gewalt des Systems an [Anm: die sog. strukturelle Gewalt, das ist die Gewalt, die man gar nicht sehen kann, wie z.B. morgens aufstehen zu müssen].

Ein wichtiger Punkt wird beim Schwarzen Block stets übersehen: Nichts ist ihm wichtiger als seine wirtschaftliche Autonomie. Keinen Cent will der Antifaschist vom verhassten Polizeistaat, Tag für Tag schuftet er hart auf dem Feld für seine tägliche Nahrung, für seine schwarze Kleidung baut er Flachs und Hanf an um nicht den ausbeuterischen Textilkapitalismus in Bangladesh zu unterstützen. Für seine vielen Reisen bestellt er den Raps für den Biodiesel, um mit dem Lada aus garantiert kapitalismusfreier Produktion seine Reisen in alle Welt und für den Frieden antreten zu können. Nichts wäre widerlicher für den aufrechten Autonomen, als sich noch vom Klassenfeind alimentieren zu lassen.

Grundlage der schwarzen Philosophie ist die Theorie vom Untergang des Kapitalismus, so wie wir ihn kennen. Ihr Ziel ist eine gerechte und freie Gesellschaft ohne Herrschaft. Vorbilder gibt es da ja genug: DDR, UdSSR, Stalin, Mao Tse Dung, Pol Pot, Ho-Ho-Ho Chi Minh, Kuba, Nordkorea, Venezuela usw. Nie wieder Nationalstaat, nie wieder Faschismus, keine Abhängigkeit vom Staat und auf jeden Fall: keine Polizei. Denn auf jeden Fall ist die größte Gefahr der aus der Mitte der Spießergesellschaft hervorschnellende Neofaschismus, der nur durch Gewalt aufzuhalten ist. Wer schützt sonst den Moslem, der vom teuschen Mob unter Terror-Generalverdacht gestellt und mit Mistgabeln und Fackeln durch die Straßen getrieben wird? Wer schützt den Juden, der sich nicht mehr auf die Straße traut, weil der teusche Mob öffentlich und ohne Scham “Hamas, Hamas, Juden ins Gas” auf der Friedensdemo ruft? Na, na? Genau.

Allerdings sagt jetzt der Faktenchecker Patrik Gensing (unter Zuhilfenahme des Wissenschaftliche Dienst des Bundestages), dass es “die Antifa” gar nicht  gibt, was mich jetzt irgendwie enttäuscht:

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags stellte fest, bislang seien weder im In- noch im Ausland einzelne Antifa-Gruppierungen als kriminelle oder terroristische Vereinigungen eingestuft worden. Ohnehin gebe es nicht “die Antifa” im Sinne einer einheitlichen Organisation, sondern eine entsprechende, nicht scharf umrissene Szene. Insbesondere könne kein “einheitliches Handeln oder ein in sich geschlossenes, politisch-ideologisch geschlossenes Konzept” unterstellt werden.

Quelle: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/minneapolis-usa-geruechte-fakes-101.html

Komisch, denn Renate Künast sagt im Bundestag noch im März 2020:

[…] Ich bin es, ehrlich gesagt, leid, dass wir seit Jahrzehnten dafür kämpfen, dass NGOs und Antifagruppen, die sich engagieren, nicht immer um ihr Geld ringen müssen und nur auf ein Jahr befristete Arbeitsverträge abschließen können.

Quelle: https://www.gruene-bundestag.de/parlament/bundestagsreden/rechtsextremismus-und-hasskriminalitaet

Arbeitsverträge gibt es da also, mit wem werden die dann geschlossen? Wie soll der Bund das Geld Überweisen? Western Union? Aber lesen wir mal weiter im Dokument des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags:

3. Lässt sich die Antifa als kriminelle oder als terroristische Vereinigung in diesem Sinne beschreiben?

Dies geht auch aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zur mögliche(n) Förderung von linksextremen Projekten in Thüringen durch Bundesprogramme hervor, in der die Bundesregierung ausdrücklich verschiedene lokale Antifa-Gruppen und deren Verortung auf lokaler Ebene erwähnt.

Ob und inwieweit jene Zusammenschlüsse bzw. Organisationsformen die obigen Anforderungen des strafrechtlichen Vereinigungsbegriffs erfüllen, entzieht sich einer pauschalen, generalisierenden Bewertung und kann nur im jeweiligen Einzelfall durch die gegebenenfalls zuständigen Strafverfolgungsbehörden beurteilt werden.

Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, dass, wie unter anderem der oben erwähnten Antwort der Bundesregierung zu entnehmen ist, offenbar verschiedene „Antifa“-Gruppen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ durch die Bundesregierung gefördert wurden. Dies verdeutlicht, dass im Rahmen des Antifa-Spektrums offenbar auch Gruppierungen bestehen, die aus staatlicher Sicht nicht einem kriminellen Betätigungsfeld zugerechnet werden.

Quelle: https://www.bundestag.de/resource/blob/557014/7e164d071a4a535dfb6bb4efdd5bca2c/wd-7-069-18-pdf-data.pdf

Fazit: Ich dachte immer, eine Terrortruppe lässt sich ganz gut dadurch beschreiben, dass sie Terror macht. Na ja, man lernt eben nie aus. Wir müssen also abwarten, bis die Mitgliedsausweise verteilen.

Das erinnert mich an den Witz mit dem Breitmaulfrosch:

Ein Breitmaulfrosch kommt auf den Bauernhof.
Er trifft ein Huhn und fragt: “Was frisst du?”
Sagt das Huhn: “Ich picke Körner.”
Er geht weiter und trifft eine Kuh: “Was frisst du?”
Die Kuh: “Ich fresse Gras.”
Dann trifft er einen Storch und fragt: “Was frisst du?”
Der Storch sagt: “Ich fresse Breitmaulfrösche.”
Sagt der Breitmaulfrosch: “Breitmaulfrösche? Gübt’s ja gar nücht!”

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Info:
Antifa? Gübt’s ja gar nücht! ist Beitrag Nr. 561
Autor:
Martin am 8. Juni 2020 um 16:16
Category:
Künstliche Dummheit
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