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ArtificialStupidity - Künstliche Dummheit


21. September 2020

Bibbidi-Bobbidi-Boo: Pull-Faktor! Und weg bist du!

Man spricht von Push-Faktoren, wenn die schlechten Bedingungen im Heimatland zur Flucht antreiben, man spricht von Pull-Faktoren, wenn die guten Bedingungen im Zielland und die Erreichbarkeit des Ziellandes zur Flucht antreiben. Das Kurzdossier (10 Seiten) von Eugenio Cusumano und Matteo Villa: “Sea Rescue NGOs: a Pull Factor of Irregular Migration?” belegt mutmaßlich, dass die Mittelmeerrettung keinen Pull-Faktor darstellt, also die Anzahl der nach Europa strebenden Migranten dadurch nicht vergrößert wird. Äh, wie war die Frage nochmal?

Prolog

Dazu die aktuelle Einlassung von Kartin Göring-Eckardt zum Pull-Faktor bezogen auf die Situation im Lager auf Lesbos gegenüber dem “Welt Nachrichtensender” (11.09.2020):

[…] Alle Migrationsforschung sagt uns, diesen Pull-Effekt gibt es nicht. Das war immer schon das Argument gegen die Seenotrettung. Wir wissen, es gibt diesen Pull-Effekt nicht. Heute haben sich auch noch mal verschiedenste Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Bundesregierung gewandt um deutlich zu machen, nein, das ist Quatsch, das gibt es nicht. […]

Quelle [an 05:15]: https://www.youtube.com/watch?v=5Ef9CTwWLb8

Ja nee, nicht “alle Migrationsforschung” sagt uns das, sondern lediglich die obigen Autoren Cusumano und Villa tun das. Ihre Arbeit heißt auch: “Sea Rescue NGOs: a Pull Factor of Irregular Migration?”, also geht es dabei nur um die Seenotrettung durch NGOs.

Für die Grünen (et al.) ist also mittlerweile “Wissenschaft” ein Totschlagargument, hinter dem man sich verschanzt und es ist erstaunlich, wie der gesunde Menschenverstand im Allgemeinen gar nicht mehr zur Anwendung kommt, wenn’s auch nur irgendwie wissenschaftlich genug klingt. Und: Wenn man eine Behauptung drei mal wiederholt, wird sie wahr.

Wirklich?

Im Abstract des Dossiers von Cusumano und Villa steht:

Wir finden keine Beziehung zwischen der Präsenz von NGOs auf See und der Zahl der Migranten, die die libyschen Küsten verlassen. Obwohl mehr Daten und weitere Forschung erforderlich ist, stellen die Ergebnisse unserer Analyse die Behauptung in Frage, dass nichtstaatliche SAR-Operationen ein Pull-Faktor irregulärer Migration über das Mittelmeer sind.

Quelle (Übersetzung von mir): https://cadmus.eui.eu/bitstream/handle/1814/65024/PB_2019_22_MPC.pdf

Das vielfach in den Medien zitierte 10-seitige Dossier ist lediglich eine Untersuchung, ob die Präsenz von NGO-Search-And-Rescue die Anzahl der Abreisen von Migranten über das Mittelmeer im Zeitraum von Januar bis Oktober 2019 signifikant erhöht hat. 

Angesichts der begrenzten verfügbaren Daten hat diese Studie über die angebliche Sogwirkung der Rettungsaktionen von NGOs einen explorativen Charakter.

Quelle (Übersetzung von mir): ebd.

Kommentar zum “explorativen Charakter” dieser Studie:

Die explorative Datenanalyse […] ist ein Teilgebiet der Statistik. Sie untersucht und begutachtet Daten, von denen nur ein geringes Wissen über deren Zusammenhänge vorliegt.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Explorative_Datenanalyse

Obwohl diese Ergebnisse komplett kontraintuitiv sind, wird gefolgert, dass SAR-Aktionen von NGOs nicht unterbunden werden sollten. Die relativ konstante Anzahl von Abreisen könnte z.B. auch mit der Struktur und Kapazität der Logistik der Schleuser zusammenhängen.

Die Mittelmeerrettung durch NGOs ist m.E. auch nur das letzte Glied der Schleuserkette nach Europa. Dass das für die Migranten kostenfrei ist, macht es nicht besser. Seenotrettung ist damit auch ein völlig irreführender Begriff, denn welcher Seenotretter fährt seinen zu rettenden Kunden hinterher, die sich dann in nicht seetüchtigen Booten mit fehlenden Motoren auch noch selbst vorsätzlich in Seenot bringen bzw. durch die beteiligten Schlepper gebracht werden? Waren im Anfang der Krise die Boote, die von Libyen aus starteten noch relativ seetüchtig, sind die libyschen Schlepper jetzt dankbar für die Kostenersparnis und verklappen ihre Klientel nur knapp 12 Seemeilen von der Küste entfernt. 

Claudio Deiana (Universität Cagliari), Vikram Maheshri (University of Houston) und Giovanni Mastrobuoni (Universität Turin) kommen in einem Arbeitspapier von September 2019 zu dem Ergebnis, dass ein Moral Hazard-Problem besteht. Denn die Schlepper reagieren strategisch auf vermehrte Search and Rescue Operationen, indem sie mehr Migranten auf eine weit weniger sichere Art aufs Meer hinaus schicken und dadurch den Sicherheitsgewinn aus den Search und Rescue Operationen vollständig zunichtemachten. Während die Schlepper bei geringer SAR-Aktivität wenige seetüchtige Holzboote einsetzen und diese nur bei ruhiger See rausschicken, setzen sie bei hoher SAR-Aktivität viele billige, nicht seetüchtige Schlauchboote ein, die zudem auch trotz stärkerem Wellengang rausgeschickt werden. Das Sicherheitsrisiko ist in beiden Varianten unter dem Strich ungefähr gleich groß. Da Schlauchboote viel billiger sind als seetüchtige Boote, haben Schlepper eine höhere Gewinnspanne und können ihren Dienst trotzdem billiger anbieten, was die Nachfrage stark steigen lässt. Eine größere Zahl von Überfahrten führt trotz gleichem Risiko zu mehr Toten. Problematisch ist auch, dass viele Schlepper unter der Schutzherrschaft von Organisationen wie dem IS arbeiten. Die Autoren empfehlen stattdessen, die Situation in den Heimatländern zu verbessern und legale Migration zu ermöglichen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_und_Migration_über_das_Mittelmeer_in_die_EU#Analysen_und_Kritik

Seenotrettungsschiffe verbessern auf jeden Fall die Infrastruktur der libyschen Schlepper und sorgen für höhere Renditen. So gewünscht?

Die Seenotrettung ist dabei auch nur ein einzelner Aspekt aus einer bunten Palette von Pull-Faktoren.

Welche Gründe für’s Rübermachen könnte es denn noch geben?

Beispiel 1: Dazu fällt mir sofort der Bericht in “ZDF Heute” von 2015 ein: “Die Deutschen werden für uns Häuser bauen” von Uli Gack (UG) aus Dohuk, Nordirak, am 05.11.2015 auf Youtube (Länge 01:42):

UG [00:00]: Wir sehen hier kein Licht am Ende des Tunnels, sagen uns die Menschen in den Flüchtlingslagern im Nordirak. Keine Zukunft, keine Hoffnung auf Rückkehr in ihre alte Heimat. Das neue Ziel, erklären sie uns, heißt Deutschland.

Hash Ashur (Flüchtling)[00:13]: Mein Sohn ist schon dort, wir haben hier gerade telefoniert. Es hat Geld bekommen, eine Wohnung. Die Deutschen werden für uns Häuser bauen, hat er mir gesagt. Bald ziehen wir alle dort hin.

UG [00:25]: Die 10-köpfige Familie Hadi Talo weiß Bescheid. Seitdem die arabischen Nachrichtensender von deutscher Willkommenskultur berichten, werden die Erwartungen an Deutschland grenzenlos.

Hadi Talo (Flüchtling)[00:36]: Mein 14-jähriger Sohn Hatab macht sich auf den Weg. Er hat die besten Chancen. Minderjährige werden in Deutschland nicht ausgewiesen und dürfen ihre Familie nachholen, so höre ich in den Nachrichten.

UG [00:48]: Wunschvorstellungen, grenzenlos. Je schlimmer die Versorgungslage in den Camps wird, den vereinten Nationen geht das Geld aus, Geberländer zahlen nicht, hunderttausende wollen nur noch weg.

Ghassan Madieh (Unicef Norirak) [01:00]: Wenn es keine weiteren Gelder für die vereinten Nationen gibt, dann hat das katastrophale Konsequenzen. Wir sehen das doch jetzt. Migration, eine Auswanderungswelle trifft Europa.

UG [01:11]: Der 14-jährige Hatap packt seine Sachen. Die Familie hat Auto und Schmuck verkauft, alles zu Geld gemacht, damit der Junge die Schleuser nach Deutschland bezahlen kann. Für ihn gibt es kein zurück.

UG [01:24]: Für die Menschen in diesen Langern ist Deutschland das gelobte Land, das Ziel aller Träume. Tausende sind schon aufgebrochen, viele sitzen auf gepackten Koffern, mehrere zehntausend werden noch kommen. Es ist eine Migrationswelle in kaum vorstellbarer Dimension.

Inoffizielle Quelle (Transkript von mir): https://www.youtube.com/watch?v=efUcRNFIXTc

Kommentar: Die Annahme von Frau KGE und ihren Wissenschaftler*Innen, es existierten keine Pull-Faktoren, muss durch ihre Vorstellung entstehen, dass Afrikaner und Araber sich nur mit primitiven Hilfsmitteln wie Trommeln und Vuvuzelas verständigen können. Desweiteren gibt es in Lehmhütten keine Steckdosen und auch keinen Antennenanschluss. Also ziemlich uninformiert so, der Araber oder Afrikaner. 

Beispiel 2: Interview von Isabel Schayani (IS, WDRforyou) mit Miriam Koch (MK, Die Grünen, Leiterin “Amt für Migration und Integration”) am 16. Januar 2020 auf Facebook veröffentlicht, Länge 10:07. [Ü] = Frau Schayani übersetzt ins Persische bzw. Farsi.

IS [00:00]: Salam, [persische Begr.?], Hallo, ich melde mich aus Düsseldorf. 120 Städte … 130 Städte in Deuschland haben gesagt: “Wir können mehr Flüchtlinge aufnehmen”, aus den Ländern Italien, Griechenland. Und ich bin jetzt hier, an der Stelle, wo eine der zuständigen Frauen ist, die sagt: Unsere Stadt, nämlich Düsseldorf, kann mehr Menschen aufnehmen. Diese Bereitschaft gibt es. [Ü] Frau Koch. Sie sind zuständig hier in Düsseldorf für das Amt für Integration und Ausländerangelegenheiten, die Chefin der Ausländerbehörde, so zu sagen. Und, ähm, sie haben noch nicht genug Flüchtlinge hier in Deutschland, hier in Düsseldorf? [Ü]

MK [01:12]: Wir haben in den letzten Jahren viele Menschen aufgenommen. Ähm, wir haben im Moment 4500 Plätze in kommunalen Unterkünften, aber tatsächlich nur 4000 Menschen untergebracht, d.h. wir könnten mehrere hundert Menschen aufnehmen, ohne eine einzige Unterkunft neu zu bauen. [Ü]

IS [01:43]: Über wen reden wir genau? Über welche Menschen? Reden wir zum Beispiel über die vielen afghanischen Familien, die im Moment in Griechenland, auf Lesbos, auf Samos, auf Chios sind? Reden wir über die, oder reden wir über die, die über’s Mittelmeer kommen. [Ü]

MK [02:04]: Also vor dem Eindruck der Katastrophe im Mittelmeer haben wir schon im Sommer 2018 den Bundesinnenminister angeschrieben und haben zusammen mit den Städten Köln und Bonn signalisiert, dass wir Menschen aus Seenotrettung aufnehmen können. Inzwischen hat sich aber auch die Lage in den Lagern in Griechenland zugespitzt und auch dafür haben jetzt bereits über 130 Kommunen signalisiert, dass sie Aufnahmekapazitäten melden können und über den üblichen Verteilschlüssel mehr Menschen aufnehmen würden.

IS [02:31]: Und wie viele wären das dann ungefähr, Pi mal Daumen? Über wie viel Plätze reden wir dann?

MK [02:36]: Meinen sie jetzt insgesamt, in den 130 Kommunen? Das kann ich ihnen jetzt wirklich nicht genau sagen. Also ich weiß, wie viel Düsseldorf frei hat, ähm, aber tatsächlich konnte man die Seenotrettung sehr einfach in Deutschland verteilen und selbst die 40.000 Menschen aus den griechischen Lagern wären keine Mehrbe… Überlastung für die Kommunen, die Aufnahmeberetitschaft signalisiert haben. [Ü]

IS [03:31]: Wir waren auf Lesbos im Oktober [2019] und wir hatten mit vielen Familien dort gesprochen. Da sind ja unheimlich viele Kinder oft, 40% Kinder. [Ü] Ganz viele haben uns gefragt, standen um mich rum, ich erinnere das noch ganz genau, bestimmt 40 oder 50 Leute haben gefragt: “Macht Deutschland eine Luftbrücke, holt ihr uns hier raus?” [Ü] Haben sie vielleicht auch die Sorge, dass wenn sie das jetzt sagen, dass noch mehr Menschen auf diese Inseln kommen? [Ü]

MK [04:25]: Also ich würd’ quasi erstmal einen Schritt nach dem anderen machen wollen. Also, wir müssen die akute Krise im Mittelmeer beenden, aber wir müssen natürlich Griechenland bei der Situation in den Lagern auf den Inseln helfen. Wenn dann …, wenn nachher noch mehr Menschen kommen, müssen wir uns dann damit beschäftigen, weil vielleicht sind 70 Millionen Menschen auf der Flucht und die wenigsten kommen ja in Europa an. Afrikanische Flüchtlinge werden in der Regel in afrikanischen Ländern aufgenommen. Viele sind Binnenflüchtlinge, d.h. die gehen von einer Krisenregion in eine sichere Region in ihrem eigenen Land. Ähm, Europa und insbesondere ja auch Deutschland hat in den Jahren [20]15 und [20]16 gezeigt, dass wir sehr viele Menschen aufnehmen können. Ich würde jetzt wirklich mich beschränken darauf, erstmal über die Krise, die akute Krise zu reden, um dann eine langfristige Perspektive zu entwickeln. Weil Flucht, Flucht-Migration ist die Herausforderung unserer Zeit. Das wird sich in den nächstem Jahren, meiner Ansicht nach, eher noch verschärfen. Nicht nur weil sich Krisen nicht befrieden lassen, sondern weil unter Umständen Klimaflüchtlinge dazu kommen. Das ist eine Herausforderung, [sic!] die wir uns ja insgesamt stellen müssen. [Ü]

IS [6:39]: Letzte Frage. Sei haben gesagt, 130 Städte sind das mittlerweile. Kann es denn tatsächlich sein, dass sie die Leute holen dürfen? Oder wo ist das gerade, in einfachen Worten. Wo sind die Verhandlungen gerade? [Ü]

MK [7:05]: Also, es gibt Anzeichen von der Landesebene in NRW, aber auch von der Bundesebene und da ist etwas in Bewegung geraten. Ich war selber erst letzten Montag in Berlin und ich glaube, dass es einfach Eindruck gemacht hat, wie viele Kommunen sich inzwischen in Deutschland unter diesem Seebrücke-Label versammelt haben und deutlich signalisiert haben, wir wollen helfen, wir wollen dem Bundesinnenminister hier an dieser Stelle wirklich helfen. [Ü]

MK [7:56]: Und das Ganze geht ja über Deutschland hinaus, also dieses Seebrücke-Bündnis will sich in Europa ausbreiten, es gibt Kommunen aus anderen […] Ländern, sogar aus den Ländern mit ner sehr viel restriktiveren Asylpolitik wie Ungarn, Tschechien, die sich gemeldet haben, auch wir sind dabei. Und wenn es dann gelingt, wirklich die Rolle der Kommunen zu stärken und eine Zusammenarbeit zwischen der EU und den Kommunen zu realisieren, dann kann man daraus auch für die Zukunft eine viel gerechtere Verteilpolitik für Flüchtlinge entwickeln. Ich glaube nicht an eine gesamteuropäische Lösung und ich glaube es wäre gut, wenn Europa mit einer Koalition der Willigen anfangen würde, genauso wie wir in Deutschland eine Koalition der Willigen Kommunen haben und damit anfangen könnten. [Ü]

IS [9:18]: Interessant. D.h. das ganze ist also in der Bewegung. [Ü] Sie versuchen das, verstehe ich richtig?

MK [9:29]: Ja, ich glaube ja. Also, wir haben einen langen Atem jetzt bewiesen und der Druck ist immer gleich geblieben. Es sind mehr Kommunen geworden und, ähm, ich bin Optimistin, grundsätzlich, aber ich habe das Gefühl, dass sich tatsächlich etwas bewegt. [Ü]

IS [10:00]: Vielen Dank Frau Koch, für das Gespräch, Danke, dass wir hier nach Düsseldorf zu ihnen ins Büro kommen durften.

MK [10:04]: Ich danke ihnen.

Interview “WDRforyou” Quelle: https://www.facebook.com/watch/live/?extid=KZdOOLDZHze7f8qn&v=2485285405058470&ref=watch_permalink

Schayani ist seit Januar 2016 verantwortlich für das Online-Projekt „WDRforyou“, das in persischer, arabischer, englischer und deutscher Sprache herausgebracht wird.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Isabel_Schayani

Zu Miriam Koch: https://www.duesseldorf.de/index.php?id=700021325&L=1&tx_pld_frontpage%5Bnews%5D=17218

Kommentar: Hört sich an wie ein Werbefilm für Düsseldorf. Und, um mal die Größenordnungen klar zu machen, in denen die Damen von den Grünen so denken: Frau Koch geht allen Ernstes von 70 Millionen aus, Frau Roth ist da schon weiter, mit 140 Millionen Klimaflüchtlingen. Die haben eben ein großes Herz (und einen großen Geldbeutel).

Kleines Bibelrätsel zum Schluss: Nochmal Frau Katrin Göring-Eckardt im ZDF-Interview (Screenshot):

Text:

Deshalb nochmal besonders in die Ohren von Christdemokraten gesprochen: Der barmherzige Samariter, der hat auch seinen Mantel geteilt und nicht erst gewartet, bis irgendjemand gekommen ist und gesagt hat: Ich wäre auch noch bereit.

Quelle [04:59]: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/lesbos-migranten-goering-eckardt-100.html

Auflösung: Der mit dem Mantel war St. Martin. Frau KGE hat übrigens von 1984 bis 1988 Theologie studiert und war EKD-Vorsitzende.

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter:

Ein Mann auf dem Weg von Jerusalem hinab nach Jericho geriet unter die Räuber, die ihn ausplünderten und schwer verletzt liegen ließen. Ein vorüberkommender Priester sah den Verletzten und ging weiter, ebenso ignorierte ihn ein Levit. Schließlich sah ein Samaritaner den verletzten Mann, erbarmte sich, versorgte dessen Wunden und transportierte ihn auf dem Reittier zur Herberge.

Hier endet in den Köpfen der meisten die Erzählung. Aber nein, es geht noch weiter:

Dort gab er am folgenden Morgen dem Wirt zwei Denare und beauftragte ihn mit der weiteren Pflege, verbunden mit der Zusage seiner Wiederkehr und der Erstattung weiterer Kosten.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Barmherziger_Samariter

Fazit: Na, vielleicht gibt es ja wirklich für den ein oder anderen Erbsenzähler mit Tunnelblick den Pull-Faktor Seenotrettung nicht, dafür gibt es aber jede Menge andere. Die oben erwähnten Damen Göring-Eckardt, Koch und Schayani (und nicht nur diese) tröten laut Richtung Afrika und nahem Osten und ackern eifrig am weiteren Zustrom von Menschen. Es wird munter behauptet, dass es Pull-Faktoren gar nicht gibt, obwohl selbst Betroffene das genaue Gegenteil sagen. Sie wissen genau, oder ignorieren die Tatsache, dass diese Migranten hier nicht mehr alle würdig langfristig untergebracht werden können, Frau Koch redet ja auch nur über ihre Erstaufnahmeeinrichtungen, was danach passieren soll, bleibt diffus. Aber: Der Wohnungsmarkt liegt komplett am Boden, Neubauten von 2010-2017 1.815.000 Wohnungen (inkl. Nichtwohngebäude, Quelle: Bauen), Zugezogene (gesamt, auch EU etc.,  Quelle: Zuzug) im gleichen Zeitraum 4.161.647. Und das ist ja nur ein Problem von vielen. Ich habe die Befürchtung, dass diese Damen (und andere Herrschaften) falsche Versprechungen machen. Wer weiß, was die enttäuschten Erwartungen bei den Betroffenen dann erzeugen. 

PS: Zusammenstellung meiner Artikel zur großen Rettung und woher mit dem Geld dafür:
1.) http://www.artificialstupidity.de/das-lustige-rechenblatt-richtig-retten/
2.) http://www.artificialstupidity.de/ach-claudia/
3.) http://www.artificialstupidity.de/eine-art-obergrenze-ich-bau-eine-stadt-fuer-dich/