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ArtificialStupidity - Künstliche Dummheit


10. Mai 2019

Bei Illner: Kevin Hood-Kühnert reitet durch die Lande

Normalerweise schaffe ich es nicht, mich über gängige Late-Night-Events, wie Anne Will, Maischberger oder Illner zu echauffieren. Es ist meist zu spät, ich bin zu faul zum Zurückspulen und/oder mein Interesse ist zu gering. Allerdings geht mir bei manchen Äußerungen der Late-Night-Gäste schon manchmal ein Ruck durch den Körper, dies hat am gestrigen Abend bei Illner einen Höhepunkt erreicht, im Positiven wie im Negativen.

Titel der Sendung:

Zukunft ohne Gerechtigkeit – wofür hat die Regierung noch Geld?

Quelle: https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/zukunft-ohne-gerechtigkeit-wofuer-hat-die-regierung-noch-geld-sendung–vom-9-mai-2019-100.html

Zur Zeitgeschichte: Es ist der 9. Mai 2019, die Politik arbeitet nicht erst seit der GroKo 2018 fieberhaft und äußerst erfolgreich an der Zerstörung der deutschen Wirtschaft. Der Mittelstand leidet unter hohen Steuern und hohen Energiekosten. Trotz seit Jahren sinkender Emmisionen werden blödsinnige Grenzwerte festgelegt, um der satanistischen Autoindustrie das Handwerk zu legen. Kohle und Atom sind bald Geschichte. Die Energiewende kostet ca. 500 Milliarden und hat bisher nur ein paar Gramm CO2 weniger gebracht. Obwohl in Deutschland die höchsten Steuern europaweltweit kassiert werden, werden immer kreativer neue Steuern entwickelt, wobei das Steuergeld z.B. dazu verwendet wird, unzählige NGOs im Kampf gegen Rechts heranzuzüchten, um den ganzen Geisteswissenschaftlern, Sozialarbeitern, Diskriminierungsforschern und Genderstudies-Absolventen einen auskömmlichen Job zu verschaffen. Die sagenhaft teure europäische Bürokratie wächst derweil weiter, wohin auch mit den vielen Politikwissenschaftlern und ausgedienten Altpolitikern. Des Weiteren wird durch die kopflose “Zuwanderungspolitik” und Zustrom von Migranten aus Afrika, Balkan und nahem Osten dem Sozialstaat der Rest gegeben. Nur so, als kleines Potpourri.

Es ging bei der roten Maybrit (ex SED) um Kevin Kühnert (jubelnde Sozialisten), der mit seinen Sozialisierungsvorschlägen für Wohnungsmarkt und BMW wohl eine wichtige und relevante Diskussion über die Segnungen des Staatssozialismus und der Planwirtschaft ausgelöst hat. Warum wird der Kevin jetzt ernster genommen als Olaf Scholz als JUSO, ist eine der ersten Fragen. Keine Ahnung. Ich greife mal zur Analyse zwei bemerkenswerte Stellungnahmen zu anderen Themen, einmal von Markus Feldenkirchen, politischer Autor beim “Spiegel” und der neuen Generalsekretärin der FDP, Linda Teuteberg, heraus. Diese Statements sind typisch für den Zustand “unserer” (also, ich bin nicht mehr dabei) Gesellschaft. Ich ignoriere dabei einmal Olle Scholz (gähn) und Ralle Brinkhaus (Ralph mit “ph” redet übrigens wie Björn Freitag). Bei Katja Kippings schalte ich aus gesundheitlichen Gründen eigentlich immer um, sonst ist die Batterie meines Herzschrittmachers nach 20 Minuten leer. Transkript von Ausschnitten aus der Sendung unten (links mit grauem Balken) von mir.

Beispiel 1:

Illner bei 4:26:

Markus Feldenkirchen ist bei uns, politischer Journalist beim Spiegel. Herr Feldenkirchen, warum sehnen sich neuerdings immer mehr Menschen nach einer radikaleren Politik, oder nach Entscheidungen die eine radikalere Politik bedeuten würden?

Markus Feldenkirchen:

Ja, dass das so ist, zeigt auch die zum Teil wirklich hysterische Reaktion auf Kevin Kühnert.

Kommentar: Ist voll logisch, dass sich die hysterischen Menschen neuerdigs nach einer radikaleren Politik sehnen, die sogar noch Entscheidungen trifft! Oder ist das Schwesigsche Logik (Großer Widerstand ⇒ wichtiges Thema angesprochen)? Nur wegen des FramingsTM: “radikal” ist hier natürlich nicht mit Glatze oder so. Es geht um die erfrischende Radikalität des progressiven Problemlösens von links. Demokratischer Sozialismus nach Kühnert tut auch gar nicht richtig weh, sondern es gibt dann die 3-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich, wie in der Pre-Thatcher-Ära in UK. Und wo das Geld dafür herkommt, darum kümmert sich Kevin Hood-Kühnert. Der reitet dann durch die Lande, voller Stolz und frohgemut folgt im seine Bande. Gar kein Grund zur Hysterie also.

Ich glaube, er hat etwas angesprochen, was vor allem die junge Generation empfindet, ohne schon heute die richtigen Antworten zu haben.

Kommentar: Ich glaube, dass diese Ideen auch der alten Generation, z.B. Margot und Erich, gefallen hätten, schließlich sind die ja von ihnen bzw. von einer ihrer politischen und weltanschaulichen Leitfiguren. Wir sehen also: Eine Idee für jung und alt. Die richtigen Antworten hatten Margot und Erich: “Wir gratulieren dem Kombinat ‘Rote Rübe’ zur 110%-igen Sollerfüllung!”

Das sich der Kapitalismus, mit seinem gierigen Teil, bis in Bereiche der Gesellschaft vorgedrungen ist [Anm: Ich kann an dieser Stelle FDP-Lindas Gedanken lesen!], wo er einfach nichts zu suchen hat, wenn man ein gerechtes menschenwürdiges Leben haben will. Im Krankenhaus, in der Pflege.

Kommentar: Da isses wieder, das gerechte und menschenwürdige Leben. Ich kenne das gerechte und menschenwürdige Leben beim gierigen Raubtier-Unternehmer! 14 Stunden, auch immer am Wochenende – wenn überhaupt – 2 Wochen Urlaub bei sinkendem Kontostand. Knapp an der Grenze zum Burnout, vom erwirtschafteten Umsatz 40-50% an das Finanzamt, die Stadt, die Krankenkasse, die Innung und den Steuerberater uva. überweisen. Ob Frau und Kinder noch Wurst auf dem Brot haben, ist Finanzamt und allen anderen egal, Wurst ist sowieso ungesund. “Bist doch Unternehmer, die heulen doch alle”. Gelänge es ihm aber über 50.000€ nach Hause zu bringen, wäre er reich und würde enteignet.

Auch größtenteils in der Frage: Wie wohnen wir einfach? Also, es ist immer offenkundiger, dass Wohnen für Millionen zur Armutsfalle wird.

Kommentar: Nicht nur das teure Wohnen ist die Armutsfalle, sondern auch die beschissene Bezahlung in prekären Jobs. Aber das Lohnniveau wird auch durch den Zuzug nicht angemessen steigen. Zur Erinnerung: Wohnen ist zur Zeit noch Marktwirtschaft, großes Angebot und geringe Nachfrage ⇒ kleine Preise. Geringes Angebot und große Nachfrage ⇒ große Preise. Faktoren: Anzahl ins Land Zugezogenen (aller Art, Stand 2017) seit 2010 (8 Jahre): 4.161.647 d.h. Bedarf: mindestens 2 Millionen Wohnungen (bei 39.612.188 Wohnungen und 80.77 Millionen Einwohnern in 2013). Im Jahr 2016 sind ca. 220.000 Wohnungen gebaut worden. Jährlich kommen auch noch 150.000-200.000 Personen hinzu.
Quelle: https://www.victor-investment.de/de/aktuelles/einzelansicht/immobiliennews/wie-viele-wohnungen-werden-im-jahr-2017-in-deutschland-neu-gebaut.html

Mein Vorschlag, keine Enteignung, sondern Neuauflage des Sozialen Wohnungsbaus. Aber die Baubranche ist auch am Limit.

Zu Wohnung in der DDR-Planwirtschaft:
„Besser leben – schöner wohnen“ war ein Versprechen der Sozialistischen Einheitspartei seit 1953. Obwohl sich die Wohnungssituation unter Erich Honecker deutlich verbesserte, gelang es bis 1989 nicht, diesen Anspruch für die Mehrheit der Bevölkerung einzulösen.

Quelle: https://www.kas.de/web/ddr-mythos-und-wirklichkeit/wohnung-und-datsche

Wir beklagen z.B., dass die Pflege in Deutschland wenig Wertschätzung genießt, dass die Leute, die in der Pflege arbeiten nicht richtig ausgestattet sind, dass die gestresst sind, wenig Geld bekommen und gleichzeitig sind viele Pflegeeinrichtungen privatwirtschaftlich organisiert. Sprich: Es geht den Betreibern um Profit und da kann man nicht ernsthaft erwarten, dass dort nach den Vorstellungen, wie wir uns eine Pflege vorstellen, gearbeitet wird und gearbeitet werden kann.

Kommentar: Unterschreibe ich sofort, wissen wir aber seit ca. 40 Jahren. Die Politik Kohl, Schröder, Merkel hat nur wenig daran geändert. Aber doch mal ein kleiner Rückblick in das Gesundheitssystem des real existierenden Sozialismus:

Krankenhauspatienten waren überwiegend in Vier- bis Achtbettzimmern untergebracht. Insulin (bei Diabetes) oder wirksame Herz-Kreislauf-Mittel konnten der übergroßen Mehrheit der Patienten nicht dauerhaft verschrieben werden. Besonders in den 1980er Jahren wurde ihnen empfohlen, sich, soweit möglich, dringend benötigte Medikamente durch Verwandte oder Bekannte aus Westdeutschland schicken zu lassen. Wer über keine Beziehungen verfügte, stand vor schier unüberwindlichen bürokratischen Genehmigungshürden. […] Die hohe Belastung der Umwelt, Mängel in der ärztlichen Versorgung und eine ungesündere Lebensweise führten insgesamt dazu, dass die Lebenswartung in der DDR in den 1980er Jahren bei Frauen mit 75,7 Jahren um drei Jahre und bei Männern mit 69,7 Jahren um 2,5 Jahre unter dem bundesdeutschen Durchschnitt lag. Knapp zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung liegt die Lebenserwartung Ost dagegen nahezu wieder auf westdeutschem Niveau.

Quelle: https://www.kas.de/web/ddr-mythos-und-wirklichkeit/gesundheitssystem-und-lebenserwartung

Das ist ein Unbehagen, genauso auch, dass sich Teile von Politik und Unternehmen bis heute wirklich einen Scheiß um Artensterben und den Klimawandel kümmern.

Kommentar: Keiner, aber auch wirklich kein einziger kümmert sich um Artensterben und Klimawandel:

  1. Unternehmer: https://start-green.net/aktuelles/nachrichten/unternehmen-im-kampf-gegen-den-klimawandel/
  2. CDU: https://www.cducsu.de/fraktion/beauftragte-fuer-klimaschutz
  3. SPD: https://www.spd.de/europa-ist-die-antwort/unsere-ziele/klimaschutz/
  4. LINKE: https://www.linksfraktion.de/themen/a-z/detailansicht/klimaschutz/
  5. GRÜNE: https://www.gruene-bundestag.de/klimaschutz.html
  6. CDU: Der Mensch ist dabei, an sehr vielen Orten der Welt die Natur in ihrer großartigen Vielfalt zu zerstören. Umso mehr muss er sich nun seiner Verantwortung bewusst werden, die Natur zu bewahren”, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU).
    Quelle: https://www.zeit.de/wissen/2019-04/biodiversitaet-artenvielfalt-artenschutz-konferenz-paris-klimawandel-weltbiodiversitaetsrat
  7. GRÜNE:https://www.gruene-bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2019/mai/artensterben.html

Das sind so Fragen, wo viele merken – und das ist nicht nur ein deutsches Problem – ich erinnere an die Occupy-Bewegung, ich erinnere an die große Anhängerschaft, die Bernie Sanders, ein doch für amerikanische Verhältnisse sehr radikal auftretender Politiker, hatte.

Kommentar ad Bernie Sanders:

Sanders wird vorgeworfen, kontinuierlich das Treiben linksgerichteter Autokraten im Ausland zu ignorieren oder gar zu befürworten. So schwärmte er noch im Jahr 1988 öffentlich vom „äußerst effektiven“ Verkehrssystem der Sowjetunion und lobte später die sozialistische Politik Hugo Chavez’. Für Kritik sorgte auch seine Weigerung, Nicolas Maduro einen Diktator zu nennen. Kritisiert wird auch, dass Sanders trotz seines politischen Schwerpunkts auf dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu einem intensiven Nutzer von Privatjets gehört und alleine in den vergangenen zwei Jahren dafür über $340.000 ausgab.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bernie_Sanders

Das sind Phänomene, die stärker werden und wir haben lange über eine unpolitische Jugend gelästert oder unpolitische junge Leute. Diese Generation ist das nicht mehr, die beschäftigt [Illner: und sie geht auf die Straße] sich nicht mehr mit den neusten Hervorbringungen der Unterhaltungsindustrie, sondern wagt es zumindest das System an gewissen Punkten, wo es schiefgelaufen ist, in Frage zu stellen.

Kommentar: Eine echte Jugendbewegung, die auf die Straße geht? Echt jetzt? Oder vielleicht doch wieder erwachsene, straff antikapitalistische Ökomarxisten im Hintergrund am Werk:
http://www.science-skeptical.de/klimawandel/das-geschaeftsmodell-fridays-for-future-der-plant-for-the-plantet-foundation-des-club-of-rome/0017914/
Oder auch Ansgar Neuhof (Tichy):

Bestätigt: Fridays for future finanziell fremdgesteuert

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/bestaetigt-fridays-for-future-finanziell-fremdgesteuert/

Cut. Beispiel 2

Illner bei 10:50:

Wir stellen vielleicht mal Frau Teuteberg noch vor, die frisch bestallte Generalsekretärin der FTB [sic!]. Frau Teuteberg, auch an sie die Frage: Sieben [sic!] haben die Diskussionen miterlebt. Ist am Ende die Reaktion auf dieses Interview viel entlarvender als der Text selbst?

Linda Teuteberg (FDP):

Das sehe ich nicht so. Man könnte jetzt sagen, der Junge will doch nur mal spielen, oder manche … ich find … manche Reaktionen darauf könnte man auch so zusammenfassen: Ähm, was wird man denn wohl noch sagen dürfen. Ich find’, wer Vorschläge aus der Mottenkiste macht, muss sich nicht wundern, dass auch die Gegenargumente, die gut begründet sein können, nicht neu sind. Gerade aus historischer Erfahrung, und wenn man die historische Erfahrung ignoriert, dass es die DDR 40 Jahre Versuchsanordnung [?], ich hab’ die als Kind auch noch erleben dürfen [Ich kann Katja Kippings Gedanken lesen], äh, dann ist das auch ‘ne Art von Fakten ignorieren, von Trump-Niveau. Und gerade übrigens die Probleme, die Herr Feldenkirchen hier angesprochen hat, wichtige Themen, wie Wohnraum, Pflege und Gesundheitsversorgung oder auch Umweltschutz, also in all denen hat der Sozialismus die Probleme gerade nicht gelöst, und ich find’s einfach unseriös das zu ignorieren [Katja, im Bild, hat mittlerweile den Siedepunkt erreicht] und es ist keine Antwort auf die Fragen, die wir jetzt zu lösen haben.

Kochende Katja reicht’s jetzt und grätscht bei 12:00 hinein:

[…] Das ist auch Gold wert, wenn ihnen zur Verteidigung des [ab Anfang dazwischen gequatscht, daher unverständlich] Kapitalismus nichts besseres einfällt als der Verweis auf den gescheiterten Staatssozialismus. Dann ist das verdammt wenig im Jahr 2019. Das ist vor allem keine Antwort auf die Probleme, die die heutige Wirtschaftsweise im hier und jetzt schafft.

Kommentar: Freut euch auf den großen Sprung nach vorn mit Markus, Katja und Kevin!

Fazit: Der Spiegel hat ein böses Personalproblem. Linda Teuteberg hat Katja fasst zum Schweigen gebracht! Gibt es dafür eigentlich einen alternativen Friedensnobelpreis, von Gaddafi, oder so?